41–50 km/h zu schnell außerorts: Bußgeld, Punkte, Fahrverbot

Wer außerorts 41 bis 50 km/h zu schnell fährt, zahlt 320 € Bußgeld, bekommt 2 Punkte in Flensburg und 1 Monat Fahrverbot.

Fachlich geprüft von Rechtsanwalt Alexander Biernacki, Fachanwalt für Verkehrsrecht · Zuletzt juristisch geprüft: September 2026

Welche Folgen drohen?

Bußgeld
320 €
Punkte in Flensburg
2
Fahrverbot
1 Monat
Gebühren und Auslagen
28,50 €
Zusammen
348,50 €
Tilgung der Punkte
nach 5 Jahren
Probezeit
A-Verstoß: Verlängerung auf vier Jahre und Aufbauseminar
Rechtsgrundlage
§ 3, § 41 Abs. 1 in Verbindung mit Anlage 2, § 49 StVO, § 24 StVG

Pkw, Bußgeldkatalog in der Fassung vom 9. November 2021.

Mit 320 € ist es nicht immer getan.Fehlerhafte Messungen lassen sich anfechten. Die Prüfung ist kostenlos und unverbindlich.

Welche Messwerte fallen in diese Stufe?

Maßgeblich ist die Geschwindigkeit nach Abzug der Toleranz: bis 100 km/h 3 km/h, darüber 3 Prozent. Die Tabelle zeigt für übliche Tempolimits, welcher Wert im Bescheid steht (nach Abzug der Toleranz) und was das Gerät dafür gemessen haben muss (vor dem Abzug).

41–50 km/h zu schnell außerorts: Beispiele nach Tempolimit
ErlaubtIm BescheidGemessen
Erlaubt 70 km/h 111–120 km/h 115–124 km/h
Erlaubt 80 km/h 121–130 km/h 125–135 km/h
Erlaubt 100 km/h 141–150 km/h 146–155 km/h
Erlaubt 120 km/h 161–170 km/h 166–176 km/h
Erlaubt 130 km/h 171–180 km/h 177–186 km/h

Eigenen Fall mit dem Bußgeldrechner berechnen

Was kostet 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49 oder 50 km/h zu schnell außerorts?

Jeder Wert dieser Stufe kostet dasselbe: 320 € Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg und 1 Monat Fahrverbot. Die Tabelle zeigt für jeden Wert, was das Gerät bei Tempo 100 und Tempo 130 gemessen haben muss, bevor die Toleranz abgezogen wird.

41–50 km/h zu schnell außerorts: jeder einzelne Wert
Vorwurf im BescheidGemessen bei Tempo 100Gemessen bei Tempo 130
41 km/h zu schnell außerorts 146 km/h177 km/h
42 km/h zu schnell außerorts 147 km/h178 km/h
43 km/h zu schnell außerorts 148 km/h179 km/h
44 km/h zu schnell außerorts 149 km/h180 km/h
45 km/h zu schnell außerorts 150 km/h181 km/h
46 km/h zu schnell außerorts 151 km/h182 km/h
47 km/h zu schnell außerorts 152 km/h183 km/h
48 km/h zu schnell außerorts 153 km/h184 km/h
49 km/h zu schnell außerorts 154 km/h185 km/h
50 km/h zu schnell außerorts 155 km/h186 km/h

Innerorts und außerorts im Vergleich

Innerhalb geschlossener Ortschaften sind die Sätze höher als außerorts, weil dort mehr Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind. So unterscheidet sich die Stufe 41–50 km/h:

41–50 km/h zu schnell: innerorts und außerorts
StufeBußgeldPunkteFahrverbot
41–50 km/h zu schnell innerorts 400 € 2 1 Monat
41–50 km/h zu schnell außerorts 320 € 2 1 Monat

Punkte, Probezeit und Wiederholung

Punkte in Flensburg
Der Verstoß bringt 2 Punkte im Fahreignungsregister. Sie werden nach 5 Jahren getilgt, gerechnet ab der Rechtskraft des Bescheids. Bei 4 oder 5 Punkten ermahnt die Fahrerlaubnisbehörde, bei 6 oder 7 verwarnt sie, bei 8 Punkten entzieht sie die Fahrerlaubnis.
Probezeit
Ein Tempoverstoß mit Punkt ist ein schwerwiegender Verstoß (A-Verstoß). Beim ersten verlängert sich die Probezeit auf vier Jahre, und die Behörde ordnet ein Aufbauseminar an. Beim zweiten folgt eine Verwarnung mit der Empfehlung einer verkehrspsychologischen Beratung, beim dritten der Entzug der Fahrerlaubnis.
Wiederholung
Das Fahrverbot gilt schon beim ersten Mal. Wer in den zwei Jahren vor dem Verstoß bereits ein Fahrverbot hatte, kann den Beginn nicht selbst wählen: Es beginnt dann mit der Rechtskraft des Bescheids. Bei Voreintragungen kann die Behörde außerdem die Geldbuße erhöhen.

Einordnung von Rechtsanwalt Alexander Biernacki

Diese Stufe beginnt an der Grenze zum Regelfahrverbot: Schon 1 km/h weniger nach Abzug der Toleranz bedeutet kein Fahrverbot. Bei Werten knapp über der Grenze kommt es deshalb besonders auf eine korrekte Messung an.

Ein Fahrverbot trifft viele Betroffene beruflich und privat hart. In Ausnahmefällen kann von einem Fahrverbot gegen eine höhere Geldbuße abgesehen werden, etwa wenn sonst der Arbeitsplatz verloren ginge. Bei sehr deutlichen Überschreitungen werfen Behörden manchmal Vorsatz vor; dann kann sich die Geldbuße erhöhen. Ob die Messung angreifbar ist und ob eine Ausnahme in Betracht kommt, prüft ein Fachanwalt für Verkehrsrecht anhand der Bußgeldakte – am besten, bevor die Einspruchsfrist von zwei Wochen abläuft.

Rechtsanwalt Alexander Biernacki, Fachanwalt für Verkehrsrecht. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Lohnt sich hier ein Einspruch?

Gegen den Bußgeldbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch einlegen. Eine Begründung ist zunächst nicht nötig. Weil hier ein Fahrverbot droht, lohnt sich die Prüfung besonders. Ob Messung und Bescheid fehlerfrei sind, prüft ein Fachanwalt für Verkehrsrecht anhand der Akte.

Häufige Fragen

Was kostet es, außerorts 43 km/h zu schnell zu fahren?

43 km/h zu schnell außerorts fallen in die Stufe 41–50 km/h. Dafür sieht der Bußgeldkatalog 320 € Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg und 1 Monat Fahrverbot vor. Mit dem Bußgeldbescheid kommen 28,50 € Gebühren und Auslagen dazu.

Ist die Toleranz schon abgezogen?

Im Bescheid steht die Geschwindigkeit nach Abzug der Toleranz. Abgezogen werden bis 100 km/h pauschal 3 km/h, darüber 3 Prozent. Die Stufen im Bußgeldkatalog beziehen sich auf diesen bereinigten Wert.

Was gilt in der Probezeit bei 41 bis 50 km/h zu viel?

Ein Tempoverstoß mit Punkt zählt als schwerwiegender Verstoß (A-Verstoß). Die Probezeit verlängert sich von zwei auf vier Jahre, und die Fahrerlaubnisbehörde ordnet ein Aufbauseminar an.

Kann ich mir aussuchen, wann das Fahrverbot beginnt?

Wenn in den zwei Jahren vor dem Verstoß kein Fahrverbot gegen Sie verhängt wurde, haben Sie vier Monate Zeit. In diesem Zeitraum geben Sie den Führerschein ab, wann es Ihnen passt. Sonst beginnt das Fahrverbot mit der Rechtskraft des Bescheids.

Bescheid erhalten?4,9/5 · kostenlos Kostenlos prüfen