61–70 km/h zu schnell innerorts: Bußgeld, Punkte, Fahrverbot

Wer innerorts 61 bis 70 km/h zu schnell fährt, zahlt 700 € Bußgeld, bekommt 2 Punkte in Flensburg und 3 Monate Fahrverbot.

Fachlich geprüft von Rechtsanwalt Alexander Biernacki, Fachanwalt für Verkehrsrecht · Zuletzt juristisch geprüft: September 2026

Welche Folgen drohen?

Bußgeld
700 €
Punkte in Flensburg
2
Fahrverbot
3 Monate
Gebühren und Auslagen
38,50 €
Zusammen
738,50 €
Tilgung der Punkte
nach 5 Jahren
Probezeit
A-Verstoß: Verlängerung auf vier Jahre und Aufbauseminar
Rechtsgrundlage
§ 3, § 41 Abs. 1 in Verbindung mit Anlage 2, § 49 StVO, § 24 StVG

Pkw, Bußgeldkatalog in der Fassung vom 9. November 2021.

Mit 700 € ist es nicht immer getan.Fehlerhafte Messungen lassen sich anfechten. Die Prüfung ist kostenlos und unverbindlich.

Welche Messwerte fallen in diese Stufe?

Maßgeblich ist die Geschwindigkeit nach Abzug der Toleranz: bis 100 km/h 3 km/h, darüber 3 Prozent. Die Tabelle zeigt für übliche Tempolimits, welcher Wert im Bescheid steht (nach Abzug der Toleranz) und was das Gerät dafür gemessen haben muss (vor dem Abzug).

61–70 km/h zu schnell innerorts: Beispiele nach Tempolimit
ErlaubtIm BescheidGemessen
Erlaubt 30 km/h 91–100 km/h 94–104 km/h
Erlaubt 50 km/h 111–120 km/h 115–124 km/h
Erlaubt 70 km/h 131–140 km/h 136–145 km/h

Eigenen Fall mit dem Bußgeldrechner berechnen

Was kostet 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69 oder 70 km/h zu schnell innerorts?

Jeder Wert dieser Stufe kostet dasselbe: 700 € Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg und 3 Monate Fahrverbot. Die Tabelle zeigt für jeden Wert, was das Gerät bei Tempo 30 und Tempo 50 gemessen haben muss, bevor die Toleranz abgezogen wird.

61–70 km/h zu schnell innerorts: jeder einzelne Wert
Vorwurf im BescheidGemessen bei Tempo 30Gemessen bei Tempo 50
61 km/h zu schnell innerorts 94 km/h115 km/h
62 km/h zu schnell innerorts 95 km/h116 km/h
63 km/h zu schnell innerorts 96 km/h117 km/h
64 km/h zu schnell innerorts 97 km/h118 km/h
65 km/h zu schnell innerorts 98 km/h119 km/h
66 km/h zu schnell innerorts 99 km/h120 km/h
67 km/h zu schnell innerorts 100–101 km/h121 km/h
68 km/h zu schnell innerorts 102 km/h122 km/h
69 km/h zu schnell innerorts 103 km/h123 km/h
70 km/h zu schnell innerorts 104 km/h124 km/h

Innerorts und außerorts im Vergleich

Innerhalb geschlossener Ortschaften sind die Sätze höher als außerorts, weil dort mehr Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind. So unterscheidet sich die Stufe 61–70 km/h:

61–70 km/h zu schnell: innerorts und außerorts
StufeBußgeldPunkteFahrverbot
61–70 km/h zu schnell innerorts 700 € 2 3 Monate
61–70 km/h zu schnell außerorts 600 € 2 2 Monate

Punkte, Probezeit und Wiederholung

Punkte in Flensburg
Der Verstoß bringt 2 Punkte im Fahreignungsregister. Sie werden nach 5 Jahren getilgt, gerechnet ab der Rechtskraft des Bescheids. Bei 4 oder 5 Punkten ermahnt die Fahrerlaubnisbehörde, bei 6 oder 7 verwarnt sie, bei 8 Punkten entzieht sie die Fahrerlaubnis.
Probezeit
Ein Tempoverstoß mit Punkt ist ein schwerwiegender Verstoß (A-Verstoß). Beim ersten verlängert sich die Probezeit auf vier Jahre, und die Behörde ordnet ein Aufbauseminar an. Beim zweiten folgt eine Verwarnung mit der Empfehlung einer verkehrspsychologischen Beratung, beim dritten der Entzug der Fahrerlaubnis.
Wiederholung
Das Fahrverbot gilt schon beim ersten Mal. Wer in den zwei Jahren vor dem Verstoß bereits ein Fahrverbot hatte, kann den Beginn nicht selbst wählen: Es beginnt dann mit der Rechtskraft des Bescheids. Bei Voreintragungen kann die Behörde außerdem die Geldbuße erhöhen.

Einordnung von Rechtsanwalt Alexander Biernacki

Ein Fahrverbot trifft viele Betroffene beruflich und privat hart. In Ausnahmefällen kann von einem Fahrverbot gegen eine höhere Geldbuße abgesehen werden, etwa wenn sonst der Arbeitsplatz verloren ginge. Bei sehr deutlichen Überschreitungen werfen Behörden manchmal Vorsatz vor; dann kann sich die Geldbuße erhöhen. Ob die Messung angreifbar ist und ob eine Ausnahme in Betracht kommt, prüft ein Fachanwalt für Verkehrsrecht anhand der Bußgeldakte – am besten, bevor die Einspruchsfrist von zwei Wochen abläuft.

Rechtsanwalt Alexander Biernacki, Fachanwalt für Verkehrsrecht. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Lohnt sich hier ein Einspruch?

Gegen den Bußgeldbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch einlegen. Eine Begründung ist zunächst nicht nötig. Weil hier ein Fahrverbot droht, lohnt sich die Prüfung besonders. Ob Messung und Bescheid fehlerfrei sind, prüft ein Fachanwalt für Verkehrsrecht anhand der Akte.

Häufige Fragen

Was kostet es, innerorts 63 km/h zu schnell zu fahren?

63 km/h zu schnell innerorts fallen in die Stufe 61–70 km/h. Dafür sieht der Bußgeldkatalog 700 € Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg und 3 Monate Fahrverbot vor. Mit dem Bußgeldbescheid kommen 38,50 € Gebühren und Auslagen dazu.

Ist die Toleranz schon abgezogen?

Im Bescheid steht die Geschwindigkeit nach Abzug der Toleranz. Abgezogen werden bis 100 km/h pauschal 3 km/h, darüber 3 Prozent. Die Stufen im Bußgeldkatalog beziehen sich auf diesen bereinigten Wert.

Was gilt in der Probezeit bei 61 bis 70 km/h zu viel?

Ein Tempoverstoß mit Punkt zählt als schwerwiegender Verstoß (A-Verstoß). Die Probezeit verlängert sich von zwei auf vier Jahre, und die Fahrerlaubnisbehörde ordnet ein Aufbauseminar an.

Kann ich mir aussuchen, wann das Fahrverbot beginnt?

Wenn in den zwei Jahren vor dem Verstoß kein Fahrverbot gegen Sie verhängt wurde, haben Sie vier Monate Zeit. In diesem Zeitraum geben Sie den Führerschein ab, wann es Ihnen passt. Sonst beginnt das Fahrverbot mit der Rechtskraft des Bescheids.

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