
Das Wichtigste in Kürze
- Speedweek 1
- 13. bis 19. April 2026
- Speedmarathon
- 15. April 2026, 24 Stunden
- Speedweek 2
- 3. bis 9. August 2026, ohne Aktionstag
- Bayern (Blitzmarathon)
- 10.840 Verstöße
- Berlin (August)
- 12.413 Verstöße bei knapp 155.000 Messungen
Wann fanden die Speedweeks 2026 statt?
Die erste Kontrollwoche lief vom 13. bis 19. April 2026, mit einem 24-stündigen Speedmarathon am 15. April. Die zweite folgte vom 3. bis 9. August 2026.
Beide Termine stammen aus dem Einsatzplan des europäischen Polizeinetzwerks ROADPOL. Im August gab es nach Angaben des ADAC keinen besonderen Blitzertag. Die Kontrollen verteilten sich gleichmäßiger über die Woche. Eine weitere Speedweek ist für 2026 nicht geplant.
Welche Bundesländer haben sich beteiligt?
Die Beteiligung war nicht einheitlich. Im April haben sich laut ADAC nicht alle Länder gleichermaßen beteiligt: Manche kontrollierten nur am 15. April verstärkt, andere die ganze Woche.
Für August nennt der ADAC 13 teilnehmende Länder: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Bayern, Sachsen und das Saarland waren im August nicht dabei.
Bayern führt traditionell einen eigenen 24-Stunden-Blitzmarathon durch. Er fand 2026 vom 15. auf den 16. April statt.
Welche Bilanz zogen die Länder nach dem April-Marathon?
Die Zahlen blieben trotz vorab veröffentlichter Messstellen hoch. Einige Beispiele aus amtlichen Mitteilungen:
- Bayern: 10.840 Geschwindigkeitsverstöße an rund 1.570 Messstellen, nach 9.832 im Jahr 2025. Rund 2.000 Einsatzkräfte von Polizei und Kommunen waren beteiligt.
- Hessen: 10.248 Verstöße bei 352.004 gemessenen Fahrzeugen an über 230 Messstellen. Das entspricht einer Quote von rund 2,9 Prozent. 103 Fahrer müssen mit einem Fahrverbot rechnen.
- Baden-Württemberg: 14.831 Verstöße bei mehr als 470.000 gemessenen Fahrzeugen an 532 Messstellen (2025: 15.317). 147 Fahrer müssen mit einem Fahrverbot rechnen, nach 273 im Vorjahr.
Das bayerische Innenministerium meldete als Spitzenwert 240 km/h auf der A8 bei Valley, wo 100 km/h erlaubt waren.
Was bedeutet das für Ihren Fall?
Gerade bei Großaktionen mit vielen Messstellen und wechselnden Teams lohnt ein genauer Blick auf die Messung. Ob Fehler vorliegen, lässt sich nur mit der vollständigen Akte und den Messdaten beurteilen. Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht, den Sie über die Blitzerkanzlei beauftragen können, fordert diese Unterlagen an, prüft sie und sagt Ihnen, ob ein Einspruch sinnvoll ist. Beachten Sie dabei die kurze Frist von zwei Wochen ab Zustellung des Bescheids. Mehr dazu im Ratgeber Geblitzt, was tun?.
Was ergab die Speedweek im August?
Auch im August stellten die Polizeien viele Verstöße fest, obwohl kein Marathontag stattfand.
Die Polizei Berlin maß an 247 Kontrollstellen die Geschwindigkeit von knapp 155.000 Fahrzeugen. 12.413 Fahrer waren zu schnell. In 61 Fällen lag die Überschreitung so hoch, dass mindestens ein Monat Fahrverbot droht. Das Polizeipräsidium Rheinpfalz meldete 2.150 Verstöße und sechs Fahrverbote.
Eine bundesweite Gesamtbilanz veröffentlicht niemand. Jedes Land und teils jedes Präsidium zählt für sich.
Warum setzen die Länder auf solche Aktionswochen?
Die Innenministerien wollen damit auf die Gefahren zu hoher Geschwindigkeit aufmerksam machen. Überhöhtes Tempo gilt als eine der häufigsten Ursachen schwerer Unfälle.
Baden-Württemberg verweist in seiner Bilanz darauf, dass 2025 im Land 118 Menschen wegen überhöhter Geschwindigkeit ums Leben kamen, mehr als ein Drittel aller Verkehrstoten. Das Polizeipräsidium Rheinpfalz zählte 2025 in seinem Bereich 1.791 Unfälle mit zu hoher oder nicht angepasster Geschwindigkeit als Ursache, nach 2.027 im Jahr 2024.
Dass viele Messstellen vorher veröffentlicht werden, ist gewollt. Die Behörden setzen auf Vorbeugung durch Aufmerksamkeit. Gemessen wird trotzdem auch an nicht angekündigten Stellen.
Was bedeuten die Kontrollwochen für Betroffene?
Für Messungen während einer Speedweek gelten dieselben Regeln wie an jedem anderen Tag. Bußgeld, Punkte und Fahrverbot richten sich nach dem Bußgeldkatalog, abhängig von der Überschreitung und davon, ob Sie inner- oder außerorts gemessen wurden.
Auch die Anforderungen an die Messung ändern sich nicht. Das Messgerät muss geeicht sein, die Bedienung muss der Gebrauchsanweisung entsprechen und der Toleranzabzug muss richtig berechnet sein. Welche Folgen bei welcher Überschreitung vorgesehen sind, zeigt der Bußgeldkatalog Geschwindigkeit. Eine erste Orientierung gibt unser Bußgeldrechner.
Häufige Fragen
Ist ein Bußgeld aus dem Blitzermarathon höher als sonst?
Nein. Es gelten die normalen Regelsätze des Bußgeldkatalogs. Der Marathon bedeutet nur mehr Kontrollen.
Gibt es 2026 noch eine Speedweek?
Nach dem ROADPOL-Plan nicht. Die beiden Geschwindigkeitswochen 2026 lagen im April und im August.
Muss eine Messstelle angekündigt sein?
Nein. Veröffentlichte Messstellen sind eine freiwillige Information. Die Polizei kann auch an anderen Orten messen.
Quellen
- ROADPOL: ROADPOL Unveils 2026 Operations Plan roadpol.eu
- ADAC: Blitzermarathon 2026, mehr Kontrollen im April presse.adac.de
- ADAC: Blitzermarathon August 2026 adac.de
- Bayerisches Staatsministerium des Innern: Blitzmarathon stmi.bayern.de
- Polizei Hessen: ROADPOL-Speedmarathon 2026, Bilanz (Presseportal) presseportal.de
- Innenministerium Baden-Württemberg: Bilanz des europaweiten Speedmarathons 2026 im.baden-wuerttemberg.de
- Polizei Berlin: Zweite ROADPOL-Aktionswoche Speedweek 2026, Bilanz berlin.de
- Polizeipräsidium Rheinpfalz: Bilanz ROADPOL-Kontrollwoche Speed August 2026 (Presseportal) presseportal.de


